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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
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Ideen zur Philosophie

Verfassung wieder. Niemals also messe man diegriechische Sittcnbildung, weder in ihrer öffentlichenGeschichte noch in ihren Rednern und theatralischenDichtern nach dem Maasstabe einer abstractcn Mo-ral, weil keinem dieser gegebnen Falle ein solcherMaasstab zum Grunde lieget *). Die Geschichtezeigt, wie die Griechen in jedem Zeitpunkt alleswaren, was sie gut und böse nach ihrer Lage scynkonnten. Der Redner zeigt, wie Er in seinem Han-del die Parlheien sah und seinem Zweck gemäß schil-dern mußte. Der theatralische Dichter endlich brachteGestalten in sein Spiel, wie sie ihm die Vorzeitgab oder wie er solche seinem Bereif gemäß diesenund keinen andern Zuschauern darstellen wollte.Schlüsse hieraus auf die Sittlichkeit oder Unsittlich-keit des gesummten Volks zu machen, wäre Grund-los; daran wird aber niemand zweifeln, daß dieGriechen in gewissen Zeitpunkten und Städten, nachdem Kreise von Gegenständen, der ihnen damalsvorlag, das geschickteste, leichteste und aufgeklärtesteVolk ibrer Welt gewesen. Die Bürger Athens ga-ben Feldherren, Redner, Sophisten, Richter, Staats-leute und Künstler, nachdem es die Erziehung, Nei-gung, Wahl oder das Schicksal und der Zufall wollteund oft waren in Einem Griechen mehrere der schön-sten Vorzüge eines Guten und Edlen vereinigt.

*) S. die Einleitung zu Oillies's Uebersetzung derReden Lysias und Jsokrates, nebst andern ähn-liche» Schriften, die Griechenland aus Rednernoder Dichtern geschätzt haben.