der Geschichte der Menschheit. i65
Sachen des Staats und des augenblicklichen Ent-schlusses sind gefährliche Triebfedern; auch sind diebösen Folgen derselben offenbar genug in der Athenien-sischen Geschichte. Da sie indessen ein Volk vor-aussetzen, das in jeder öffentlichen Sache die vorge-tragen ward, Kenntnisse hatte oder wenigstens em-pfangen konnte: so bleibt das Atheniensische Volk,aller Partheu n chnqeachtet, hierin das Einzige un-serer Geschichte, an welches auch das Römische Volkschwerlich reichet. Der Gegenstand selbst, Feldherrnzu wähle» oder zu verdammen, über Krieg und Frie-den , über Leben und Tod und jedes öffentliche Ge-schäft des Staats zu sprechen, war gewisi nicht dieSache eines unruhigen Hausens; durch den Vortragdieser - Geschäfte aber und durch alle Kunst, dieman darauf wandte, ward selbst dem wilden Haufendas Ohr geöffnet, und ihm jener aufgeklärte, poli-tische Schwätzer-Geist gegeben, von dem keines derVölker Asiens wußte. Die Beredsamkeit vor denDhren des Volks hob sich damit zu einer Höhe,die sie außer Griechenland und Rom niemals ge-habt hat, die sie auch schwerlick) je haben wird undhaben kann, bis etwa die Volksrednerei wahre all-gemeine Aufklärung werde. Unstreitig ist der Zweckdieser Sache groß, wenn gleich in Athen die -Mitteldazu dem Zweck unterlagen. Mit dem Athenicnsi-schen Theater war cs ein Gleiches. Es enthieltSpiele fürs Volk und zwar ihm angemessene, er-habene, geistreiche Spiele; mit Athen ist seine Ge-schichte vorbei: denn der enge Kreis bestimmter Fa-beln, Leidenschaften und Absichten, aufs Volk zuwirken, findet sich kaum mehr in dem vermischtenHaufen einer andern Stammesart und Regiments-