160 Id een zur P h i lo sophie
Männer in öffentlichen Geschäften, Vorsteher desVolks, Rathgeber der Könige, Heerführer: dennblos von diesen Edeln konnte die politische Gulrurausgehn, die weiter hinab aufs Volk wirkte. SelbstLykurg, Drako, Solon waren aus den ersten Ge-schlechtern ihrer Stadl, zum Theil selbst obrigkeit-liche Personen; die Uebel der Aristokratie sammtder Unzufriedenheit des Volks waren zu ihrer Zeitaufs höchste gestiegen, daher die bessere Ginrichtung,die sie angaben, so großen Gingang gewann. Un-sterblich bleibt das Lob dieser Männer, daß sie, vomZutrauen des Volks unterstützt, für sich und die Ih-rigen den Besitz der Oberherrschaft verschmähten undallen ihren Fleiß, alle idre Menschen- und Volks-kenntniß auf ein Gemeinwesen, d. i. auf den Staatals Staat wandten. Äraren ihre crst.n Versuchein dieser Art auch bei weitem nicht die höchste» undewigen Muster menschlicher Einrichtungen; sie soll-ten dieses auch nicht seyn: sie gehören nirgend hin,als wo sic eingeführt wurden, ja auch hier mußtensie sich den Sitten des Stammes und seinen einge-wurzelten Uebeln oft wider Willen bequemen. Ly-kurg hatte freiere Hand als Solon; er ging aber inzu alte Zeiten zurück und bauete einen Staat, alsob die Welt ewig im Hcldcnaltcr der rohen Jugendverharren könnte. Ec führte seine Gesetze ein, ohneihre Wirkungen abzuwarten und für seinen Geistwäre cs wohl die empfindlichste Strafe gewesen,durch alle Zeitalter der griechischen Geschichte dieFolgen zu sehen, die sic Thcils durch Mißbrauch,Theils durch ihre zu lange Dauer seiner Stadt undbisweilen dem ganzen Griechenlande verursacht ha-ben. Die Gesetze Solons wurden auf einem an-dern