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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
157
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der Geschichte der Menschheit. i5?

Seele. Wie uns nun die Freundschaft der Jugenddie süßeste und keine Empfindung daurendcr ist, alsdie Liebe derer, mit denen wir uns in den schönstenJahren unsrer erwachenden Kräfte auf Einer Lauf-bahn der Vollkommenheit übten: so war den Grie-chen diese Laufbahn in ihren Gymnasien, Key ikrenGeschäften des Krieges und der Staatsverwaltungöffentlich bestimmt und jene heilige Schaar der Lie-benden davon die natürliche Folge. Ich bin weitentfernt, die Sittenverderbnisse zu verhehlen, die ausdem Mißbrauch dieser Anstalten, insonderheit wosich unbekleidete Jünglinge üblen, mit der Zeit er-wuchsen ; allein auch dieser Mißbrauch lag leider imCharakter der Nation, deren warme Einbildungs-kraft, deren fast wahnsinnige Liebe für alles Schö-ne, in welches sie den höchsten Genuß der Göttersetzten, Unordnungen solcher Art unumgänglich mach-te. Im Geheimen geübt, würden diese nur destoverderblicher worden seyn, wie die Geschichte fast al-ler Völker des warmen Erdstrichs oder einer üppi-gen Cultur beweiset. Daher ward der Flamme, diesich im Innern nährte, durch öffentliche rühmlicheZwecke und Anstalten zwar sreyere Luft geschafft;sie kam damit aber auch unter die einschränkendeAufsicht der Gesetze, die sie als eine wirksame Trieb-feder für den Staat brauchten.

Endlich. Da das dreifache Griechenland beiderWeltthcile in viele Stämme und Staaten gcthciltwar: so mußte die Sittcncultur, die sich hie und daerhob, jedem Stamme genetisch, mithin auf somancherlei Weise politisch werden, daß eben dieserUmstand uns die glücklichen Fortschritte der griechi-schen Sittenbildung allein schon erkläret. Nur