Ideen zurr Philosophie
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Wie bei allen Völkern der Erde ging ihre äl-teste Sittcnrultur vorzüglich von der Religion ausund sie hat sich lange in diesem Gleise gehalten.Die gottesdienstlichen Gebrauche, die sich in denverschiedenen Mysterien bis auf sehr politische Zei-ten fortpflanzten, jene heiligen Rechte der Gastfrei-heit und des Schutzes flehender Unglücklichen, ihreSicherheit an heiligen Oertern, der Glaube an Fu-rien und Strafen, die auch den unvorsetzlichen Mör-der Geschlechter -- hinab verfolgten und mit dem un-gerachten Blut über ein ganzes Land den Fluchbrachten, die Gebrauche der Entsündigung und Göt-tec-Verföhnung, die Stimme der Orakel, die Heilig-keit des Eides, des Heerdes, der Tempel, Gräberu. f. waren in Gang gebrachte Meinungen und An-stalten, die ein rohes Volk bändigen und halbwildeMenschen allmählich zur Humanität bilden soll»tcn. *) Daß sie ihr Geschäft glücklich bewirket, se-hen wir, wenn wir die Griechen mir andern Natio-nen vergleichen: denn es ist unläugbar, daß siedurch diese- Anstalten nicht nur bis an die Pforteder Philosophie und politischen Eultur, sondern tiefins Heiligthum derselben geführt wurden. Das ein-zige Delphische Orakel; wie großen Nutzen hat esin Griechenland gestiftet! So manchen Tyrannenund Böscwicht zeichnete seine Götterstimme aus, in-dem sie ihm abweisend sein Schicksal sagte: nichtminder hat cs viele Unglückliche gerettet, so man-
*) S. 8 e ^ n e cke ^rimornm Orasciaa Ueguin-latornin inslilnris nck inoruni msnsnetuclineinin opuso, acackeinic, U. I. p, 207.