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Ideen zur Philosophie
war weit entfernt, an nutzlose Pyramiden seinenFleiß zu verschwenden; einzelne Städte und Staa-en konnten in diese Wüste des Ungeheuren auch niegerathen. Sie trafen also, wenn man vielleicht deneinzigen Colofsus der Insel Rhodus ausnimmt, selbstin ihren größesten Werken das schone Maas, inwelchem Erbabcnbcit sich mit Anmuth begegnet.Dazu gab ihnen nun ihr heiterer Himmel so man-chen Anlaß. So manchen unbedeckten Statuen,Altären und Tempeln gab er Raum; insonderheitder schonen Säule, die statt der todten nordischenMauer in schlanker Anmuth unter ihm dastchcnkonnte, ein Muster des Ebenmaaßes, der Nichtigkeitund Einfalt.
Vereinigt man alle diese Umstande, so stehetman, wie in Jonicn, Griechenland und Sicilicnauch der Kunst nach jener leichte, richtige Geistwirken konnte, der bei den Griechen alle Werke -esGeschmacks bezeichnet. Durch Regeln allein kanner nicht erlernt werden; er äußert sich aber in beob-achteten Regeln und durfte, so ganz er ursprünglichder Anhauch eines glücklichen Genius war, durcheine fortgesetzte Uebung selbst Handwerk werden.Auch der schlechteste griechische Künstler ist seinerManier nach ein Grieche: wir können ihn übcr-treffen; die ganze genetische Art der griechischenKunst aber werden wir nie erreichen: der Geniusdieser Zeiten ist vorüber.