der Geschichte der Menschheit. i5i
die Mutter alles guten Geschmacks erkannten. Dahersehen wir auch unter dem Makedonischen Reich dieKunst der Griechen nicht ausgestorben; sondern nurwandernd. Auch in fernen Landern waren die grie-chischen Könige doch Griechen und liebten griechischeKünste. So baueten Alexander und manche seinerNachfolger in Afrika und Asien prächtige Städte;auch Rom und andre Völker lernten von den Grie-chen, da die Zeit der Kunst in ihrem Vatcrlandedahin war: denn aileuhalbcn war doch nur Einegriechische Kunst und Baukunst auf der gesammtenErde.
4. Endlich nährte auch das Klima der Grie-chen die Künste des Schönen, nicht hauptsächlichdurch die Gestalt der Menschen, die mehr vomStamm als vom Himmelsstrich abhängt; sonderndurch seine bequeme Lage für die Materialien derKunst und die Aufstellung ihrer Kunstwerke. Derschöne Parische und andre Gattungen Marmors stan-den in ihrem Lande ihnen zu Gebot: das Elfen-bein, das Erz und was sie sonst zur Kunst bedurf-ten, gab ihnen ein Handel, dem sie wie in derMitte lagen. Gewissermaßen kam dieser der Geburtihrer Kunst selbst zuvor, indem sie aus Kleinasicn,Phönicicn und andern Ländern Kostbarkeiten besitzenkonnten, die sie selbst noch nicht zu bearbeiten wuß-ten. Der Keim ihrer Kunstgaben ward also frühehcrvorgelockt, vorzüglich auch, weil ihre Nähe mitKleinasien, ihre Colonien in Großgriechcnland u. f.einen Geschmack an Ueppigkeit und Wohlleben beiihnen erweckten, der der Kunst nicht anders als auf-helfen konnte. Der leichte Charakter der Griechen