der Geschichte der Menschheit. 14S
ließ sich die formcnreiche Natur an der tausendfachenVeränderung menschlicher Gestalten nicht hindernund nach Hippokrares gab es wie allenthalben, soauch unter den schönen Griechen mißformeiwe Krank-heiten und liebcl. Alles dies aber auch zugestnndenund selbst jene mancherlei süße Gelegenheiten mitge-rechnet, bei denen der Künstler einen schönen Jüng-ling zum Apoll oder eine Phryne und Lais zur Göt-tin der Anmnth erheben konnte; so erkläret sich dasangenommene und zur Regel gegebene Götter-Idealder Künstler damit noch nicht, bin Kopf des Ju-piters könnte in der Mcnschcnnatur wahrscheinlich sowenig cxistircn, als in unserer wirklichen Welt Ho-mers Jupiter je gelebt hat. Der große anatomischeZeichner, bamper, hat deutlich erwiesen,*) aufwelchen ausgedachten Regeln das griechische Künstler-Ideal in seiner Form beruhe; aus difte Regeln ^aberkonnte nur die Vorstellung der Dichter und derZweck einer heiligen Verehrung führen. Wollet ihralso ein neues Griechenland in Götterbildern hecvor-bringen- so gebet einem Volk diesen dichterisch-my-thologischen Aberglauben, nebst allem, was dazu ge-hört, in seiner ganzen Natureinfalt wieder. Durch-reiset Griechenland und betrachtet seine Tempel, sei-ne Grotten und heiligen Haine: so werdet ihr vondem Gedanken ablassen, einem Volk die Höhe dergriechischen Kunst auch nur wünschen zu wollen,das von einer solchen Religion, d. i. von einem solebhaften Aberglauben der jede Stadt, jeden Flecken und
Camper ' s kleinere Schriften S. 18. u. ftPhilos. u. Gesch. V, Th. K t-lee» Hl,