der Geschichre der Men sch beit. »4)
Selbst Negervölker macken sich ibren Gott in einemFetisch gegenwärtig und von den Griechen weiß man,daß ihre Vorstellung der Götter uralter- von einemStein oder einem bezeichnet«! Klotz ausging. Indieser Dürftigkeit konnte nun ein so betriebsames Volknicht bleiben; der Block wurde zu einer Herme oderStatue und da die Nation in viele kleine Stämme undVölkerschaften getheilt war, so war cs natürlich, daßjede ihren Haus - und Stammesgott auch in der Ab-bildung auszuschmücken suchte. Einige glückliche Ver-suche der alten Dadalen, wahrscheinlich auch die An-sicht'nachbarlicher Kunstwerke, erregten Nacheiferungund so fanden sich bald mehrere Stamme und Städte,die ihren Gott, das größeste Heiligthum ihres Bezirks,in einer leidlichem Gestalt erblickten. Vorzüglich anBildern der Götter hat sich die älteste Kunst aufge-richtet und gleichsam gehen gelernet *); daher auch alleVölker, denen Abbildungen der Götter versagt waren,in der bildenden Kunst nie eigentlich hoch cmporstiegen.
Da aber bei den Griechen ihre Götter durch Ge-sang und Gedichte eingeführt waren und in herrlichenGestalten darinnen lebten; was war natürlicher, alsdaß die bildende Kunst von frühen Zeiten an eine Toch-ter der Dichtkunst ward , der ihre Mutter jene großenGestalten gleichsam ins Ohr sang? Von Dichternmußte der Künstler die Geschichte der Götter, mithinauch die Art ihrer Vorstellung lernen ; daher die älteste
') S. Winkelmanns Gesch. der Kunst Th. l.Kap. I. Heyne Berichtigung und Ergänzungderselben in den Deutschen Schriften der Gotting«.Sociel, Th, I, S. vir, u. f.