der Geschichte der Menschheit. 14c
durch Musik, Tanz und die Gcberdcnsprachc beziehet,nur als ein Schattcnwerk ansehen, mithin auch beider sorgsamsten Erklärung vielleicht irre geben wer-den. Acschylus, Sophokles, Aristcphanes und Eu-ripides Theater, war nicht unser Theater; das ei-gentliche Drama der Griechen ist unter keinem Volkmehr erschienen, so vortreffliche Stücke auch andreNationen in dieser Art gearbeitet haben. Dhne Ge-sang, ohne jene Feierlichkeiten und hohen Begriffeder Griechen von ihren Spielen müssen PindarsDden uns Ausbrüche der Trunkenheit scheinen, sowie selbst Platons Gespräche, voll Sylben-Musik undschöner Composition in Bildern und Worten, ebenin Stellen ihrer künstlichen Einkleidung sich die mei-sten Vorwürfe zugezogen haben. Jünglinge müssendaher die Griechen lesen lernen , weil Alte sie seltenzu sehen oder ihre Blüthc sich zuzueigncn geneigtsind. Laß es seyn, daß ihre Einbildungskraft oftden Verstand, daß jene feine Sinnlichkeit, in welchesie das Wesen der guten Bildung setzten, zuweilendie Vernunft und Tugend überwogen; wir wollen sieschätzen lernen, ohne selbst Griechen zu werden. Anihrer Einkleidung, am schönen Maas und Umrißihrer Gedanken, an der Naturvollen Lebhaftigkeit ihrerEmpfindungen, endlich an jenem Klangvollen Rhyth-mus ihrer Sprache, der nie und nirgend seinesGleichen gefunden, haben wir immer noch zu lernen.