der Geschichte der Menschheit. 117
sonst hätte sie sich gewiß nicht so weit erstreckt undso lange erhalten. Von Aegypten bis Sina, jabeinah in allen Landern' der Erde hat sie gehecrschet,so daß Griechenland das erste Laich war, das seineGesetzgebung allmählich von der Religion trennte.Und da eine jede Religion politisch um so viel mehrwirket, jcmehr die Gegenstände derselben, ihre Göt-ter und Helden mit allen ihren Thaten Einheimischewaren; so sehen wir, daß jede alte festgewurzelteRatio» sogar ihre Kosmogvnic und Mythologie demLande zugeeignet hatte, das sie bewohnte. Die ein-zigen Israeliten zeichnen sich auch darin von allenihren Nachbarn aus, daß sie weder die Schöpfungder Welt, noch des Menschen ihrem Lande zudich-ten. Ihr Gesetzgeber war ein aufgeklärter Fremd-ling , der das Land ihres künftigen Besitzes nichterreichte: ihre Vorfahren hatten anderswo gelebt,ihr Gesetz war ausserhalb Landes gegeben. Wahr-scheinlich trug dies nachher mit dazu bei, daß dieJuden, wie beinah keine der alten Nationen, sichauch außer ihrem Lande so wohl behalfen. DerBramane, der Siamese kann außer seinem Landenicht leben und da der mosaische Jude eigentlich nur«in Geschöpf Palastina's ist: so dürfte cs außer Pa-lästina keinen Juden mehr geben.
3 . Endlich sehen wir aus dem ganzen Erd-strich, den wir durchwandert haben, wie hinfäl-lig alles Menschenwerk, ja wie drückendauch die beste Einrichtung in wenigenGeschlechtern werde. Die Pflanze blühetund blühet ab; eure Väter starben und verwesen:euer Tempel zerfällt: dein Drakelzclt, deine Gesetz-taseln sind nicht mehr: das ewige Band der Men-