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Ideen zur Philosophie
nachbarlicher Nähe gegen einander. Nur Zeilen, nurOertcr und National-Charaktcre, kurz das ganze Zu-sammenwirken lebendiger Kräfte in ihrer bestimmte-sten Individualität entscheidet wie über alle Erzeu-gungen der Natur, so über alle Ereignisse im Men-schenreichc. Lasset uns dies herrschende Geseh derSchöpfung in das Licht stellen, das ihm gebühret.
i. Lebendige M en sc h en k r äs te sinddie Triebfeder der Me n sch e n ge sc h i ch teund da der Mensch seinen Ursprung von und in ei-nem Geschlecht nimmt: so wird kiemit schon sein«Bildung, Erziehung und Denkart genetisch. Daherjene sonderbaren Nationalcharaktere, die den ältestenVölkern so tief eingcpragt, sich in allen ihren Wir-kungen auf der Erde unverkennbar zeichnen. Wieeine Quelle von dem Boden, ans dem sie sich summ-iere, Bestandthcile, Wirkungskräfte und Geschmackannimmt: so entsprang der alte Charakter der Völ-
ker aus Geschlechlszügen, der Himmelsgegend, derLebensart und Erziehung, aus den frühen Geschäf-ten und Thaten, die diesem Volk eigen wurden.Tief drangen die Sitten der Väter ein und wurdendes Geschlechts inniges Vorbild. Eine Probe davonmöge die Denkart der Juden seyn, die uns aus ih-ren Büchern und Beispielen am meisten bekannt ist:im Lande der Väter wie in der Mitte andrer Nationen blieben sie was sie waren und sind sogar ii:der Vermischung mit andern Völkern einige Geschlech-ter hinab kenntlich. Mit allen Völkern des Alter-thums, Aegyptern, Sincsen, Arabern, Hindus u. f.war es und ists ein Gleiches. Je cingeschlossenersie lebten, ja oft je mehr sie bedrängt wurden, desto
fester