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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
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der Geschichte der Menschheit. LZ

Kunstsachcn die Jüdische Nation, ob sie gleich zwi-schen Aegvptcrn und Phönicicrn wohnte, immer un-erfahren geblieben, da selbst ihren SalomonischenTempel fremde Arbeiter bauen mußten. Auch sindsie, ob sie gleich eine Zeitlang die Hafen des rothcnMeers besaßen und den Küsten der mittelländischenSee so nahe wohnten; in dieser zum Handel derWelt glücklichsten Lage, bei einer Volksmenge, dieihrem Lande zu schwer ward, dennoch nie ein See-fahrendes Volk worden. Wie die Aegpptcr, fürch-teten sic das Meer und wobnten von jeder lieberunter andern Nationen; ein Zug ihres Nationalcha-rakters, gegen den schon Moses mit Macht kämpfte.Kurz, cs ist ein Volk, das in der Erziehung ver-darb, weil es nie zur Neffe einer politischen Eul-tur auf eignem Boden, mithin auch nicht zumwahren Gefühl der Ehre und Freyhcil gelangte.In den Wissenschaften, die ihre vortrefflichsten Kö-pfe trieben, hat sich jederzeit mehr eine gesetzlicheAnhänglichkeit und Ordnung, als eine fruchtbareFreiheit des Geistes gezcigct und der Tugenden ei-nes Patrioten hat sie ihr Zustand fast von jeher be-raubet. Das Volk Gottes, dem einst der Himmelselbst sein Vaterland schenkte, ist Jahrtausende her,ja fast seit seiner Entstehung eine parasitische Pflan-ze aus den Stämmen andrer Nationen; ein Ge-schlecht schlauer Unterhändler beinah auf der ganzenErde, das Trotz aller Unterdrückung nirgend sich nacheigner Ehre und Wohnung, nirgend nach einemWacerlande sehnet. ^