der Geschichte der Menschheit. 85
Neligionsbüchern der Völker unverkennbar. Auchwar cs der menschlichen Wißbegierde angenehm, überdas Alter und die Schöpfung der Welt, »über denUrsprung des Bösen u. f. aus diesen Büchern sopopuläre Antworten zu erhalten, die jeder verstehenund fassen konnte; die ganze lehrreiche Geschichtedes Volks und die reine Sittenlehrc mehrerer Bü-cher in dieser Sammlung zu geschweigen. Die Zeit-rechnung der Juden möge seyn, wie sie wolle: sohatte man an ihr ein angenommenes, allgemeinesMaas und einen Faden, woran man die Begeben-heiten der Weltgeschichte reihen konnte. Viel andreVortbeile des Sprachfleißes, der Auslegungskunstund Dialektik ungerechnet, die freilich auch an an-der» Schriften hatten geübt werden mögen. Durchalles dies haben die Schriften der Hebräer ohnstrei-tig vortheilhast in die Geschichte der Menschheit ge-wirkct.
Indessen ists bei allen diesen Vortheilen ebenso unverkennbar, daß die Misdcutung und der Mis-brauch dieser Schriften dem menschlichen Verständeauch zu mancherlei Nachtheil gereichet habe, um somehr, weil sie mit dem Ansehen der Göttlichkeit aufihn wirkten. Wie manche lhörichte Kosmogonie istaus Moses einfach-erhabner Schöpfungsgeschichte,wie manche harte Lehre und unbefriedigende Hypo-these aus seinem Apfel - und Schlangenbiß hervor-gcsponncn worden! Jahrhunderte lang sind die vier-zig Tage der Sündfluth den Naturforschern der Na-gel gewesen, an welchen sie alle Erscheinungenunsrer Erdbildung heften zu müssen glaubten undeben so lange haben die Geschichtschreiber des Mrn-