Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74 Ideen zur Philosophie

nen und solchen sodann leicht an Stelle und Ortbringen mag. Die alten Perser nämlich waren,wie alle wilden insonderheit Bergnationen, Verehrerder lebendigen Weltelementc; da dies Volk abernicht in seiner Rohheit blieb, sondern durch Siegebeinah bis zum höchsten Gipfel der Ueppigkeit aus-stieg: so war es nach Asiatischer Weise nothwendig,daß es auch ein durchdachteres System oder Ecrimo-mcl der Religion bekam, welches ihm denn seinZoroastcr oder Zerduscht, unterstützt vom Könige Da-rius Hystaspes gab. Offenbar liegt in diesem Sy-stem das Eerimonicl der Persischen Regimentsver-fassung zum Grunde: wie die sieben Fürsten um denThron des Königs stehen, so stehen die sieben Gei-ster vor Gott und verrichten seine Befehle durch alleWelten, Ormuzd, das gute Lichtwesen hat mit demFürsten der Finsterniß Ahriman unaufhörlich zu käm-pfen, in welchem Kampf ihm alles Gute dienet;ein Staatßbegriff, der selbst durch Pcrsonisicationender Feinde Persiens, die im Zend-Avcsta durchgän-gig als Diener Ahrimans, als böse Geister erschei-nen , in sein völliges Licht tritt. Auch alle sittlichenGebote der Religion sind politisch: sie beziehen sichauf Reinigkeit des Körpers und Geistes, auf Ein-tracht in den Familien und wechselseitigen Diensteifer,sie empfehlen den Ackerbau und die Pflanzung nütz-licher Baume, die Ausrottung des Ungeziefers, dasauch als ein Heer böser Dämonen in leiblicher Ge-stalt erscheinet, die Achtsamkeit des Wohlstandes,die frühe Wahl und Fruchtbarkeit der Ehen, dieErziehung der Kinder, die Verehrung des Königsund seiner Diener, die Liebe gegen den Staat; unddies alles auf Persische Weise. Kurz der Grund