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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 69

eines verwandten Stammes ist und jeder seiner Prin-zen möge die Eyropadie lesen.

Aber du großer und guter Cyrus, wenn meineStimme zu deinem Gllbmahl in Pasagarda gelan-gen könnte: so würde sie deinen Staub fragen, war-um du ein solcher Eroberer wurdest? Bedachtest duim jugendlichen Lauf deiner Siege, wozu dir unddeinen Enkeln die unzähligen Völker, die unüberseh-lichen Lander, die du unter deinen Namen zwangst,nutzen sollten? Konnte dein Geist ihnen allen ge-genwärtig se»n? konnte er auf alle folgenden Ge-schlechter fortlebend wirken? Und wenn dies nichtist, welche Last legst du deine» Nachkommen auf,einen so zusammcngcstickten Königspurpur zu tragen?Seine Thcile fallen aus einander oder drücken denTragenden zu Grunde. Dies war die GeschichtePersiens unter den Nachfolgern Cyrus. Sein Erobe-rungsgeist hatte ihnen ein so hohes Ziel vorgcstcckt,daß sie ihr Reich erweitern wollten, auch da esnicht mehr zu erweitern war: sie verwüsteten also

und rannten allenthalben an, bis sie zuletzt durchdie Ehrsucht eines beleidigten Feindes selbst ihr trau-riges Ende fanden. Kaum zweihundert Jahr hatdas Persische Reich gewahret und cs ist zu verwun-dern, daß cs so lange wahrte: denn seine Wurzelwar so klein, seine Aeste dagegen waren so groß,daß cs nolhwcndig zu Boden stürzen mußte.

Wenn je die Menschlichkeit im Reich der Mensch-heit Platz gewinnet: so wird man aus ihrer Ge-schichte zuerst dem tollen Eroberungsgeist entsagenlernen, der in wenigen Generationen nothwcndig sichselbst verderbet. Ihr treibt Menschen wie eine Heerde,ihr bindet ste wie tobte Massen zrssammen und denkt