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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
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Ideen zur Philosophie

dadurch unvermeidlich ward, daß Astronomie undZeitrechnung, Hcilkunst und Religion, durch münd-liche Tradition fortgcpflanzt, die geheime WissenschaftEines Stammes wurden; die verderblichere Folgefürs ganze Land war diese, daß jede Bramanen-Herrschaft früher oder spater ein Volk zur Unterjo-chung reif macht. Der Stamm der Krieger mußtebald unkriegerisch werden, da seine Bestimmung derReligion zuwider und einem edleren Stamm unter-geordnet war, der alles Blutvergießen haßte. Glück-lich wäre ein so friedfertiges Volk, wenn es vonUebecwindern geschieden, auf einer einsamen Insell.bte; aber am Fuß jener Berge, auf welchenmenschliche Raubthicre, kriegerische Mongolen woh-nen, nahe jener Busenrcichen Küste, an welcher gei-zig-verschmitzte Europäer landen; arme Hindus, inlängerer oder kürzerer Zeit seyd ihr mit eurer fried-lichen Einrichtung verlohren. So gings der Indi-schen Verfassung: sie unterlag in - und auswärtigenKriegen, bis endlich die Europäische Schifffahrt sieunter ein Joch gebracht hat, unter dem sie mit ih-rer letzten Kraft duldet.

Harter Lauf des Schicksals der Völker! unddoch ist er nichts als Naturordnung. Im schönsten,fruchtbarsten Strich der Erde mußte der Menschfrüh zu feinen Begriffen, zu weiten Einbildungenüber die Natur, zu sanften Sitten und einer regel-mäßigen Einrichtung gelangen; aber in diesem Erd-strich mußte er sich eben so bald einer mühsamenThätigkeit entschlaqen, mithin eine Beute jedes Räu-bers werden, der auch dies glückliche Land suchte.Von nlrcn Zeiten her war Handel nach Ostindien