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Ideen zur Philosophie
achtung auffallend, mit der sie den niedrigsten derStämme, die Parias, behandeln. Nicht nur zuden schlechtsten Verrichtungen ist er verdammt undvom Umgänge aller andern Stamme auf ewig ge-sondert; er ist sogar der Menschenrechte und Reli-gion beraubt: denn niemand darf einen Parias be-rühren und sein Anblick sogar entweihet den Bra-manen Ob man gleich mancherlei Ursachen dieserErniedrigung, unter andern auch diese angegeben,daß die Parias eine unterjochte Nation seyn mögen:so ist doch keine derselben durch die Geschichte gnug-sam bewahret; wenigstens unterscheiden sic sich vonden andern Hindus nicht an Bildung. Also kommtes, wie bei so vielen Dingen alter Einrichtung,auch hier auf die erste harte Stiftung an, nach dervielleicht sehr Arme, oder Misscthaker und Verworf-ne zu einer Erniedrigung bestimmt wurden, der sichdie unschuldigen, zahlreichen Nachkommen derselbenbis zur Verwunderung willig unterwerfen. Der Feh-ler hierbei liegt nirgend als in der Einrichtung nachFamilien, bei der doch einige auch das niedrigsteLoos des Lebens tragen mußten, dessen Beschwerdenihnen die angcmaßte Reinigkeit der andern Stam-me von Zeit zu Zeit noch mehr erschwerte. Waswar nun natürlicher, als daß man cs zuletzt alsStrafe des Himmels anfah, ein Parias gebohrenzu seyn und nach der Lehre der Seclenwandrungdurch Verbrechen eines vorigen Lebens diese Geburtvom Schicksal verdient zu haben? Ucberhaupt hat dieLehre der Seelenwandrung, so groß ihre Hypotheseim Kopf des ersten Erfinders gewesen und so manchesGute sie der Menschlichkeit gebracht haben möge,ihr nothwendig auch viel Nebel bringen müssen, wie