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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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Zweifel war die Einrichtung der Bramanen, als siegestiftet war, gut: sonst halte sie weder den Um-fang, noch die Tiefe und Dauer gewonnen, in dersie dasteht. Das menschliche Gemüth entledigt sichdessen, was ihm schädlich ist, sobald es kann undobgleich der Indier mehr zu dulden vermag, als ir-gend ein andrer: so würde er doch geradezu nichtGift lieben. Unlaugbar ists also, daß die Brama-nen ihrem Volk eine Sanftmuch, Höflichkeit, Mäßi-gung und Keuschheit angebildet, oder es wenigstensin diesen Tugenden so bestärkt haben, daß die Euro-päer ihnen dagegen oft als Unreine, Trunkne undRasende erscheinen. Ungezwungen-zierlich sind ihreGcberden und Sprache, friedlich ihr Umgang, reinihr Körper, einfach und harmlos ihre Lebensweise.Die Kindheit wird milde erzogen und doch fehlt esihnen nkht an Kenntnissen, noch minder an stillemFleiß und fcinnachahmcndcn Künsten; selbst die nie-driger» Stämme lernen lesen, schreiben und rechnen.Da nun die Bramanen die Erzieher der Jugendsind: so haben sie damit seit Jahrtausenden ein un-verkennbares Verdienst um die Menschheit. Manmerke in den Hallischen Missionsberichtcn auf dengesunden Verstand und den gutmüthigcn Charakterder Bramanen und Malabaren sowohl in Einwür-fcn, Fragen und Antworten als in ihrem ganzenBetragen; und man wird sich selten auf der Seiteihrer Bekehrer finden. Die Hauptidce der Brama-ncn von Gott ist so groß und schön, ihre Moralso rein und erhaben, ja selbst ihre Mährchen, sobaldVerstand durchblickt, sind so fein und lieblich, daßich ihren Erfindern auch im Ungeheuern und Aben-theuerlichen nicht ganz den Unsinn zutrauen kann,