der Geschichte der Menschheit. 3?
des Volks bis auf die kleinsten Verrichtungen, jabis auf die Gedanken und Worte ist ihr Werk;und obgleich viele Stücke der Bramanen-Rcligionäußerst drückend und beschwerlich sind, so bleiben siedoch, auch den niedrigsten Stämmen, wie Naturge-setze Gottes, heilig. Nur Missethäter und Verworf-ne sinds meistens, die eine fremde Religion annch-men oder es sind arme, verlassene Kinder; auch istdie vornehme Denkart, mit der der Indier mittenin seinem Druck unter einer oft tödtcnden Dürftig-keit den Europäer ansicht, dem er dienet, Bürgegnug dafür, daß sich sein Volk, solange es da ist,nie mit einem andern vermischen werde. OhneZweifel lag dieser beispiellosen Einwirkung sowohldas Klima, als der Eharakter der Nation zumGrunde: denn kein Voss! übcrtrifft dies an geduldi-ger Ruhe und sanfter Folgsamkeit der Seele. Daßder Indier aber in Lehren und Gebrauchen nichtjedem Fremden folget, kommt offenbar., daher, daßdie Einrichtung der Bramancn so ganz schon seineSeele, so ganz sein Leben eingenommen hat, umkeiner andern mehr Platz zu geben. Daher so vieleGebräuche und Feste, so viel Götter und Mährchcn,so viel heilige Ocrter und verdienstliche Werke, da-mit von Kindheit auf die ganze Einbildungskraftbeschäftigt und beinah in jedem Augenblick des Le-bens der Indier an das, was er ist, erinnert wer-de. Alle Europäische Einrichtungen sind gegen dieseSeelenbeherrschung nur auf der Oberfläche geblieben,die, wie ich glaube, daucen kann, so lang' einIndier sepn wird.
Die Frage, ob etwas gut oder übel scy? ist beiallen Einrichtungen der Menschen vielseitig. Ohne