Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 29

mehr. Das Geschlecht der Menschen, die einandernicht berühren, die ihr kaltes Land nicht bauen, dieweder Handel noch Geschäfte treiben, hörte ans;verhungert und ersrcren lagen sie da, indem sie sichihren Himmel träume». Aber zum Glück ist dieNatur der Menschen stärker, als jeder angenommeneWahn. Der Tibetaner heirathet, ob er gleich damitsündigt; und die geschäftige Tibetanerin, die garmehr als Einen Mann nimmt, und fleißiger alsdie Männer selbst arbeitet, entsagt gern den höhernGraden des Paradieses, um diese Welt zu er-halten. Wenn Eine Religion der Erde ungeheuerund widrig ist: so ists die Religion in Tibet *),

und wäre, wie es wohl nicht ganz zu läugncn ist,in ihre härtesten Lehren und Gebräuche das Ehri-stenthum hinübergeführt worden: so erschiene dies

wohl nirgends in ärgerer Gestalt, als auf den Ti-

*) S. tseorAÜ Alpkiskiet. I'ibetnn, kboinas 1762.Ein Buch voll wüster Gelehrsamkeit; indessen,nebst den Nachrichten in Pallas nordischenBeyträgen (Band st. S. 271. u. f.) und demAufsatze in Schlötzers Briefwechsel, Th. v.,das Hauptbuch, das wir von Tibet haben. (Manfüge Turner ' s Reise bey. Viel versprechendeUntersuchungen geschehen durch die BeherrscherBengalens, deren Macht Bindungsmittel unsrerCultur mit jenen, meist unenrräthselren Sym-bolen, Sagen und moralischen Eigenheiten wird,und bey dem Verfalle unserer Europäischen Sa-chen auf jene fernen und schönen Länder tröstendeHoffnungen und Aussichten begründet. M.)