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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
Entstehung
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Ideen zur Philosophie

seines Reichs, durch die Barbarcy der MongolischenStämme, am meisten aber durch die Gnade desKaisers in Tina ist er so lange, was er ist, ge-blieben.

Auf den kalten Bergen in Tibet entstand dieLamaische Religion gewiß nicht; sie ist das Erzeug-niß warmer Klimate, ein Geschöpf menschlicher Halb-seelcn, die die Wollust der Gedankenlosigkeit in kör-perlicher Ruhe.über alles lieben. Nach den rauhenTibetanischen Bergen, ja nach Sina selbst ist sienur im ersten Iahrbundert der christlichen Zeitrech-nung gekommen, da sic sich denn in jedem Landenach des Landes Weise verändert. In Tibet undJapan ward sic hart und strenge, unter den Mon-gole» ist sie beynah ein unwirksamer Aberglaubeworden; dagegen Siam, Indostan und die Lan-der, die ihnen gleichen, sie als Natur-Productc ih-res warmen Klima aufs mildeste nähren. Beyso verschiedncr Gestalt hat sie auch ungleiche Fol-gen auf jeden Staat gehabt, in dem sie lebte. InSiam, Indostan, Tunkin u. f. schläfert sic die See-len ein; sie macht mitleidig und unkriegerisch, ge-duldig , sanft und trage. Die Talapoincn strebennicht nach dem Thron; bloße Almosen sinds, umdie sie menschliche Sünden ^ büßen. In HarkernLandern, wo das Klima dest^rnüßige» Beter nichtso leicht nähret, mußte ihre Einrichtung auch künst-licher werden, unh so machte sie endlich den Pallastzum Tempel. Sonderbar ist der Unzusammenhang, inwelchem die Sachen der Menschen sich nicht nurbinden, sondern auch lange erhalten. Befolgte jederTibetaner die Gesetze der Lama's, indem er ihrenhöchsten Tugenden nachstrcbte: so wäre kein Tibet