Ideen zur Philosophie
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Flügelmann, jede Bewegung übertreiben. Er opfertim Saal seiner Vorfahren nicht nur an Festtagen,sondern soll ben jedem Geschäft, in jedem Augen-blick seines Lebens, den Vorfahren opfern, undwird mit jedem Lebe und jedem Tadel vielleicht gleichungerecht bestrafet *).
Kann man sich wundern, daß eine Nationdieser Art, nach Europäischem Maasnabe, in Wis-senschaften wenig erfunden < ja, daß sie Jahrtausen-de hindurch sich auf derselben Stelle erhalten habe?Selbst ihre Moral - uir8 Gesetzbücher gehen immerim Kreise umbec, und sagen auf hundert Weisen,genau und sorgfältig, mit regelmäßiger Heuchele»,von kindlichen Pflichten immer dasselbe. Astrono-mie und Musik, Poesie und Kriegskunst, Mahle-rcy und Archirectur sind Key ihnen, wie sie vorJahrhunderten waren, Kinder ihrer ewigen Gesetzeund unabänderlich kindischen Einrichtung. Das Reichist eine balsamirte Mumie, mit Hieroglyphen be-mahlt und mit Seide umwunden ; ihr innerer Kreis-lauf ist wie das Leben der schlafenden Wintcrthiere.Daher die Absonderung, Behorchung und Verhin-derung jedes Fremden: daher der Stolz der Na-
tion , die sich nur mit sich selbst vergleicht, und dasAuswärtige weder kennet, noch liebet. Es ist ein
Win-
*) Selbst der gepriesene Kaiser Kien-long ward in denProvinzen für den ärgsten Tyrannen gehalten;welches in einem so Ungeheuern Reich, nach sol-cher Bersastung, jedesmal der Fall ftyn muß,der Kaiser möge, wie er wolle, denken.