Ideen zue Philosophie
so wenig Geschmack an wahrem Naturvcrhältniß,so wenig Gefühl von innrer Ruhe, Schönheitund Würde, daß immer nur eine verwahrloste Em-pfindung auf diesen Gang der politischen Eulturkommen, und sich von demselben so durchaus mo-deln lassen konnte. Wie die Simsen das Goldpa-picr und den Firniß, die sauber gcmahltcn Züge ih-rer krausen Charaktere und das Geklingel schönerSentenzen unmäßig lieben: so ist auch die Bildungihres Geistes diesem Goldpapier und diesem Firniß,den Charakteren und dem Schellenklange ihrer Syl-bcn durchaus ähnlich. Die Gabe der frcyen, großenErfindung in den Wissenschaften scheint ihnen, wiemehreren Nationen dieser Erd-Ecke, die Natur ver-sagt zu haben; dagegen sie ihren kleinen Augen je-nen gewandten Geist, jene listige Betriebsamkeitund Feinheit, jenes Kunsttalent der Nachahmungin allem, was ihre Habsucht nützlich findet, mitreicher Hand zutheiltc. In ewgem Gange, in ewi-ger Beschäftigung gehen und kommen sie des Ge-winnes und Dienstes wegen, so daß man sie auchin ihrer höchst politischen Form immer noch für zie-hende Mongolen halten könnte; denn Key allen ih-ren unzähligen Einthcilungen haben sie die Ein-theilung noch nicht gelernt, Bewerbsamkeit mitRuhe also zu gatten, daß jede Arbeit einen jedenauf seiner Stelle finde. Ihre Arzneykunst, wie ihrHandel, ist ein feines, betrügerisches Pulsfühlen,welches ihren ganzen Charakter in seiner sinnlichenFeinheit und ersindungslofcn Unwissenheit mahlet.Das Gepräge des Volks ist eine merkwürdige Ei-genheit in der Geschichte, weil es zeigt, was durchhochgetriebne politische Eultur aus einem Mongo-