der Geschichte der Menschheit. 291.
wählte und denen zuletzt der compilirende Geschicht-schreiber, dem Geschichtschreiber aber der abstrahiren-de Philosoph folgte. Abstraktionen aber geben sowenig als das Gemälde der Dichter eine wahre Ur-geschichte der Menschheit.
Wo lag nun aber der Garten, in dender Schöpfer sein sanftes wehrlosesGeschöpf setzte? Da diese Sage aus demwestlichen Asien ist: so setzt sie ihn Ostwärts „hö-her hinauf gen Morgen, auf eine Erdhöhc, aus derein Strom brach, der sich von da aus in vier großeHauptströme theilte *)H Unparteiischer kann keineTradition erzählen: denn da jede alte Nation sich
so gern für die Erstgebohrne und ihr Land für denGeburtsort der Menschheit hielt: so rückt diese hin-gegen das Urland weit hinauf an den höchsten Rü-cken der bewohnten Erde. Und wo ist diese Höheder Erde ? wo entspringen die genannten vier Strö-me aus Einem Quell oder Strom, wie die Ur-schrift deutlich saget? In unsrer Erdbeschreibungnirgend und es ist vergeblich, daß man die Namender Flüsse tausendfach martere , da ein unpartheii-scher Blick auf die Wcllcharte uns lehrt, daß nir-gend auf Erden der Euphrat mit drei andern Strö-men aus Einem Quell oder Strom entspringe. Er-innern wir uns aber an die Traditionen aller hohemAsiatischen Völker: so treffen wir dies Paradiesder höchsten Erdhöhe mit seinem lebendigen Urquell,
T 2
) r Mos. 2, 10 — ist.