Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 26g

Auch diese entehrende Tradition indessen, die denMenschen vom Affen herleitet, ist mit fpatern Aus-bildungen so verwebet, daß viel dazu gekörte, sic alseine reine Ursage der Vorwelt zu betrachten.

Schätzbar wäre es, wenn wir vom alten Volkder Hindus ihre älteste Tradition besäßen. Ausser-dem aber, daß die erste Sekte des Bruma von denAnhängern Wischnu und Schiwcn'S langst vertilgtist, haben wir an dem, was Europäer von ihrenGeheimnissen bisher erfuhren, offenbar nur jungeSagen, die entweder Mythologie für das Volk oderauslegcnde Hhrgrbaude ihrer Weise» sind. Auchnach Provinzen gehen sic Märchenhaft auseinander,so daß wir, wie auf die eigentliche Sanskritsprache,so auch auf den wahren Wedam der Indier wahr-scheinlich noch lange zu warten und dennoch auch inihm von ihrer ältesten Tradition wenig zu erwartenhaben, da sie den ersten Thcil desselben selbst fürverlohren achten. Indessen blickt auch durch manchesspatere Mahrchcn ein Goldkorn historischer Ursagehervor. Der Ganges z. B. ist in ganz Indien hei-lig und fließt unmittelbar von den heiligen Bergen,den Füßen des Weltschöpfers Bruma. In der ach-ten Verwandlung erschien Wischnu als Prassarama:noch bedeckte das Wasser alles Land bis zum GebirgeGate: er bat den Gott des Meers, daß er ihmRaum verschaffen und das Meer zurückziehen möchte,so weit, wenn er schösse, sein Pfeil reichte. DerGott versprach und Prassarama schoß: wie weit derPfeil flog, ward das Land trocken, die MalabarischeKüste. Offenbar sagt uns, wie auch Sonne ratanmerkt, die Erzählung, daß das Meer einst bis zumBerge Gate gestanden habe und die Malabarische