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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
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der Geschichte der Menschheit. 2^7

lichkeit einer Menschenseele philosophisch erweisen,so wenig es vielleicht ein Philosoph lhun kann: dennauch dieser vermag nur den Glauben an sie, der immenschlichen Herzen liegt, durch Vcrnunftgründe zubestärken; allgemein aber ist dieser Glaube aufder Erde. Auch der Kamtschadale hat ihn, wenner seinen Tobten den Thicren binlegt, auch der Ncu-hollandcr hat ihn, wenn er den Leichnam ins Meersenket. Keine Nation verscharret die Ihren, wieman ein Thier verscharrt: jeder Wilde geht sterbendins Reich der Vater, ins Land der Seelen. Reli-giöse Tradition hierüber und das innige Gefühl ei-nes Dascyns, das eigentlich von keiner Vernichtungweiß, geht also vor der entwickelnden Vernunft vor-aus; sonst würde diese auf den Begriff der Un-sterblichkeit schwerlich gekommen scyn oder ihn sehrkraftlos abstrahirt haben. Und so ist der allgemeineMenschenglaube an die Fortdauer unsres Dasevnsdie Pyramide der Religion auf allen Gräbern derÄölker.

Endlich die göttlichen Gesetze und Regeln derHumanität, die sich, wenn auch nur in Resten,bei dem wildesten Volk äußern, sollten sie, nachJahrtausenden etwa von der Vernunft ersonnen fermund diesem wandelbaren Gebilde der menschlichenAbstraction ihre Grundfcste zu danken haben? Ichkanns, selbst der Geschichte nach, nicht glauben.Waren die Menschen wie Thiere auf die Erde ge-streuet, sich die innere Gestalt der Humanität erstselbst zu erfinden: so müßten wir noch Nationenohne Sprache, ohne Vernunft, ohne Religion undSitten kennen: denn wie der Mensch gewesen ist,