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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
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Ideen zur Philosophie

Zweitens. Die Natur der Sache selbst be-stätigt diese historische Behauptung: denn was wars,das den Menschen über die Thicre erhob und auchin der rohesten Ausartung ihn verhinderte, nichtganz zu ihnen herabzusinkcn? Man sagt: Vernunftund Sprache. So wie er aber zur Vernunft nichtohne Sprache kommen konnte: so konnte er zu bei-den nicht anders als durch die Bemerkung des Ei-nen im Vielen, mithin durch die Vorstellung desUnsichtbaren im Sichtbaren, durch die Verknüpfungder Ursache mit der Wirkung gelangen. Eine Artreligiösen Gefühls unsichtbarer wirkender Kräfte imganzen Ehaos der Wesen, das ihn umgab, mußtealso jeder ersten Bildung und Verknüpfung abgezog-ner Vernunftideen vorausgehn und zum Grunde lie-gen. Dies ist das Gefühl der Wilden von denKräften der Natur, auch wenn sie keinen ausge-drückcen Begriff von Gort haben; ein lebhaftes undwirksames Gefühl, wie selbst ihre Abgöttereien undihr Aberglaube zeiget. Bei allen Verstandesbcgriffenblos sichtbarer Dinge handelt der Mensä) dem Thierähnlich; zur ersten Stufe der höheren Vernunftmußte ihn die Vorstellung des Unsichtbaren imSichtbaren, einer Kraft in der Wirkung heben.Diese Vorstellung ist auch beinah das Einzige, wasrohe Nationen von transscendentcc Vernunft besitzenund andere Völker nur in mehrere Worte entwickelthaben. Mit der Fortdauer der Seele nach dem Todewars ein Gleiches. Wie der Mensch auch zu ihremBegriff gekommen seyn möge; so ist dieser Begriff,als allgemeiner Volksglaube auf der Erde, das Ein-zige , das den Menschen im Tode vom Thier unter-scheidet. Keine wilde Nation kann sich die Unsterb-