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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
208
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203 Ideen zur Philosophie

Mittel der Verewigung unsrer Gedanken den Geistund die Rede zwar bestimmt, aber auch eingeschränktund auf mannigfaltige Weise gefesselt habe. Nichtnur, daß mit den Buchstaben allmählich die lebendi-gen Accente und Geberdcn erloschen, sie, die vor-her der Rede so starken Eingang ins Herz verschaffthatten; nicht nur, daß der Dialekte, mithin auchder charakteristischen Idiome einzelner Stamme undVolker dadurch weniger ward; auch das Gedacht-niß der Menschen und ihre lebendige Geisteskraftschwächte sich bei diesem künstlichen Hülfsmittel vor-gezeichnetcr Gcdankenformen. Unter Gelehrsamkeitund Büchern wäre längst erlegen die menschlicheSeele, wenn nicht durch mancherlei zerstörende Re-volutionen die Vorsehung, unserm Geist wiederumLuft schaffte. In Buchstaben gefesselt schleicht derVerstand zuletzt mühsam einher; unsre besten Ge-danken verstummen in tvdten schriftlichen Zügen.Dies alles indessen hindert nicht, die Tradition derSchrift als die dauerhafteste, stilleste, wirksamsteGottes-Anstalt anzusehen, dadurch Nationen aufNationen, Jahrhunderte auf Jahrhunderte wirkenund sich das ganze Menschengeschlecht vielleicht mit'der Zeit an Einer Kette brüderlicher Tradition zu-siunmensindet

III.