der Geschichte der Menschheit. 20Z
ihrer Ucbung erstattet die Natur reichlich. Bei man-chen Wilden z. B. ist das Gedächtnis, die Einbil-dungskraft, praktische Klugheit, schneller Entschluß,richtiges Urtheil , lebhafter Ausdruck in einer Blüthe,dir bei der künstlichen Vernunft Europäischer Ge-lehrten selten gedeihet. Diese hingegen rechnen mitWortbegriff.n und Ziffern, freilich unendlich feineund künstliche Eombinationcn, an die der Natur-mensch nicht denket; eine sitzende Rechenmaschineaber, wäre sie das Urbild aller menschlichen Voll-kommenheit, Glückseligkeit und Stärke? Laß essepn, daß jener in Bildern denke, was er abstractzu denken noch nicht vermag; selbst wenn er »ochkeinen entwickelten Gedanken d. i. kein Wort vonGott hatte und er gcnvßc Gott als den großen Geistder Schöpfung thätig in seinem Leben; 0 solebet er dankbar, indem er zufrieden lebet und wenner sich in Wortziffern keine unsterbliche Seele erwei-sen kann und glaubt dieselbe: so geht er mit glück-licherm Mull; als mancher zweifelnde Wortwcise insLand der Väter.
Lasset uns also die gütige Vorsehung anbcten,die durch das zwar unvollkommene, aber allgemeineMittel der Sprache im Innern die Menschen einan-der gleicher machte, als es ihr Acußeres zeiget. Allekommen wir zur Vernunft nur durch Sprache undzur Sprache durch Tradition, durch Glaubenans Wort d'er Väter. Wie nun der ungelehrigsteSprachschüler der wäre, der vom ersten Gebrauchder Worte Ursach und Rechenschaft federte: so mußetn ähnlicher Glaube an so schwere Dinge als dieBeobachtung der Natur und die Erfahrung sind,