der Geschichte der Menschheit. i83
losoph indessen, der die Genesis und den Umfang ei-nes Menschenlebens in der Erfahrung kennet und jaauch die ganze Kette der Bildung unsres Geschlechtsin der Geschichte verfolgen konnte; er müßte, dünktmich, da ihn alles an Abhängigkeit erinnert, sich auSseiner identischen Welt, in der er sich allein und all-gnugsam fühlet, gar bald in unsre wirkliche zurück-finden.
So wenig ein Mensch seiner natürlichen Geburtnach aus sich entspringt: so wenig ist er im Gebrauchseiner geistigen Kräfte ein Selbstgebohrner. Nicht nurder Kcim unsrer innern Anlagen ist genetisch wie un-ser körperliches Gebilde: sondern auch jede Entwick-lung dieses KeimeS hangt vom Schicksal ab, das unshie oder dorthin pflanzte und nach Zeit und Jahrendie Hülfsmittel der Bildung um uns legte. Schondas Auge, mußte sehen, das Ohr hören lernen: undwie künstlich das vornehmste Mittel unsrer Gedanken,die Sprache, erlangt werde, darf keinem verborgenbleiben. Offenbar hat die Natur auch unfern ganzenMechanismus, sammt der Beschaffenheit und Dauerunsrer Lebensalter zu dieser fremden Beihülfe einge-richtet. Das Hirn der Kinder ist weich und hangtnoch an der Hirnschale: langsam bildet cs seineStreifen aus und wird mit den Jahren erst fester;bis es allmählich sich härtet und keine neuen Eindrü-cke mehr annimmt. So find die Glieder, so die Trie-be des Kindes; jene sind zart und zur Nachahmungeingerichtet: diese nehmen, was sic sehen und hörenmit wunderbar-reger Aufmerksamkeit und innerer Le-benskraft auf. Der Mensch ist also eine künstlicheMaschine, zwar mit genetischer Disposition und einerFülle von Leben begabt; aber die Maschine spielet