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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
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Ideen zur Philosophie

menschliche Herz in ihrer Hand und formte den fühl-baren Teig auf so mancherlei Arten, dass wo sienicht gebend befriedigen kennte, sie wenigstens ver-sagend zu befriedigen suchte. Der Europäer hat kei-nen Begriff von den beißen Leidenschaft.» und Phan-tomen, die in der Brust des Negers glühen undder Indier keinen Begriff von den unruhigen Be-gierden, die den Europäer von Einem Weltendezuin andern jagen. Der Wilde, der nicht auf üp-pige Weise zärtlich scyn kann, ist es desto mehr

auf eine gesetzte ruhige Weise; dagegen wo dieFlamme des Wohlwollens lichte Funken umhcrwirft,da verglühet sie auch bald und erstirbt in diesenFunken. Kurz, das menschliche Gefühl hat alleFormen erhalten, die auf unsrer Kugel in den vcr-schiedncn Klimaten, Zustanden und Organisationender Menschen nur Statt fanden; allenthalben aberliegt Glückseligkeit des Lebens nicht in der wühlen-den Menge von Empfindungen und Gedanken, son-dern in ihrem -Verhältnis' zum wirklichen inncrnGenuß unseres Dascvns und dessen, was wir zu un-serm Daseyn rechnen. Nirgend auf Erden blühetdie Rose der Glückseligkeit ohne Dornen; was aberaus diesen Dornen hervorgeht ist allenthalben undunter allerlei Gestalten die zwar flüchtige, aberschöne Rose einer menschlichen Lebensfreude.

Irre ich nicht: so lassen sich nach diesen ein-

fachen Voraussetzungen, deren Wahrheit jede Brustfühlet einige Linien ziehen, die wenigstens mancheZweifel und Irrungen über die Bestimmung desMenschengeschlechts abschncidcn. Was z. V. könntees heißen, daß der Mensch, wie wir ihn hier ken-nen, zu einem unendlichen Wachsthum seiner See-

lenkrafte,