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»66 Ideen zur Philosophie
Flamme brennet dieser, den Schatten seines Freun-des zu versöhnen, ihn aus dem Gefängnis zu be-freien, ihm beizustehen im Streit und das Glückdes Ruhms mit ibm zu lheilen. Ein gemeinschaft-licher Stamm kleiner Völker ist nichts als ein alsoverbündeter Eher von Blutsfrcunden, die sich vonandern Geschlechtern in Haß oder in Liebe scheiden.So sind die Arabischen, so sind manche TatarischeStamme und die meisten Amerikanischen Völker.Die blutigsten Kriege zwischen ihnen, die eineSchande der Menschheit scheinen, entsprangen zuerstaus dem edelsten Gefühl derselben, dem Gefühl derbeleidigten Stammesehre oder einer gekrankten Stam-mes -Freundschaft.
Weiterhin und auf die verschiednen Regierungs-formen weiblicher oder männlicher Regenten derErde lasse ich mich jetzt und hier noch nicht ein.Denn da aus den bisher angezeigten Gründen essich noch nicht erklären laßt: warum Ein Menschdurchs Recht der Geburt über tausende seiner Brü-der herrsche? warum er ihnen ohne Vertrag undEinschränkung nach Willkühr gebieten, tausende der-selben ohne Verantwortung in den Tod liefern, dieSchätze des Staats ohne Rechenschaft verzehren undgerade dem Armen darüber die bedrückcndsten Auf-lagen thun dürfe? da es sich noch weniger aus denersten Anlagen der Natur ergiebt: warum ein ta-pfres und kühnes Volk d. i. tausend edle Männerund Weiber oft die Füße eines Schwachen küssenund den Sccptcr anbcten, womit ein Unsinniger sieblutig schlägt? welcher Gott oder Dämon cs ihneneingegcben, eigne Vernunft und Kräfte, ja oft Le-ben und alle Rechte der Menschheit der Willkühr