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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
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Ideen zur Philosophie

Tugend auf der Erde: es macht die Erziehung zumöffentlichen, zum ewigen Werk: cs hat^allc Vorzügeund Vormtheile der Menschengeschlechter hinabgeer-bet, Daher fast bei allen Stammen und Völkerndie Tdeilmhmcnde Freude, wenn der Sohn einMann wird und sich mit dem Gcrath oder denWaffen seines Vaters schmücket; daher die tiefeTrauer des Vaters, wenn er diese seine stolzesteHoffnung verlieret. Man lese die Klage des Grön-länders um seinen Sohn *), man höre die KlagenOßians um seinen Oskar; und man wird in ihnenWunden des Vaterherzens, die schönsten Wunden

der männlichen Brust bluten sehen-

Die dankbare Liebe des Sohns zu seinem Va-ter ist freilich nur eine geringe Wiedervergcltung desTriebes, mit dem der Vater den Sohn liebte; aberauch das ist Naturabsicht. Sobald der Sohn Va-ter wird, wirkt das Herz auf seine Söhne hinunter:der vollere Strom soll hinab, nicht aufwärts flicssen:denn nur also erhalt sich die Kette stets wachsender,neuer Geschlechter. Es ist also nicht als Unnaturzu schelten, wenn einige vom Mangel gedrückte Völ-ker das Kind dem abgelebten Vater vorziehn oderwie einige Erzählungen sagen, den Tod der Vergrei-seten sogar befördern. Nicht Haß, sondern traurigeNoch oder gar eine kalte Gutmürhigkcit ist dieseBeförderung, da sie die Alten nicht nähren, nichtmitnehmen können und ihnen also lieber mit freund-schaftlicher Hand selbst ein Quaalcnloses Ende be-reiten als sie den Zähnen der Lhicre zurücklassen

) Volkslieder Th. 2. S. 128.