der Geschichte der Menschheit. i63
hört sie männliche Thaten , die ihr, wenn der Abendkommt, die Last des beschwerlichen Tages versüßenund es zum Stolz ihr machen, daß sie, da sie docheinmal zugehören muß, einem solchen Mann ge-höre. Die Liebe des Romantischen im weiblichenCharakter ist also eine wohlrhatige Gabe der Natur,Balsam für sie und belohnende Aufmunterung desMannes: denn der schönste Kranz des Jünglings
war immer die Liebe der Jungfrau.
Endlich die süße Mutterliebe, mit der die Na-tur dies Geschlecht auSstattete; fast unabhängig istsie von kalter Vernunft und weit entfernt von ei-gennütziger Lobnbcgierde. Nicht weil cs liebenswür-dig ist, liebet die Mutter ihr Kind, sondern weilcs ein lebendiger Theil ihres Selbst, das Kind ihres-Herzens, der Abdruck ihrer Natur ist. Darum re-gen sich ihre Eingeweide über seinem Jammer: ihrHerz klopft stärker bei seinem Glück: ihr Blut fließtsanfter, wenn die Muttcrbrust, die es trinkt, esgleichsam noch an sie knüpfet. Durch alle unverdor-bene Nationen der Erde geht dieses Mutter-Gefühl:kein Klima, das sonst alles ändert, konnte diesandern; nur die verderbtesten Verfassungen der Ge-sellschaft vermochten etwa mit der Zeit das weicheLaster süßer zu machen als jene zarte Quaal müt-terlicher Liebe. Die Grönländerin saugt ihren Sohnbis ins dritte, vierte Jahr; weil das Klima ihrkeine Kinderspeisen darbeut; sie erträgt von ihm alleUnarten des keimenden männlichen Ucbermuths mitnachsehender Duldung. Mit mehr als Manneskraftist die Negerin gewafnet, wenn ein Ungeheuer ihrKind anfallt; mit staunender Verwunderung liefetman die Beispiele ihrer das Leben verachtenden müt-
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