der Geschichte der Menschheit. i53
nabme, sondern wirkt noch dem großen Gesetz derSelbsterhaltung in cillen Wesen. Lasset uns sehen,was die Natur für Nüttel aussann, ihn dennochauch hier, so viel sie konnte, befriedigend einzu-schranken und den Krieg aller gegen alle zu bindern.
1. Da der Mensch das vielfach - künstlichste Ge-schöpf ist: so findet auch bei keiner Gattung der Le-bendigen eine so grcfie Verschiedenheit genetischerCharaktere statt als beim Menschen. Der hinreißende,blinde Instinkt fehlet seinem feinen Gebilde: dieStrahle» der Gedanken und Begierden hingegen lau-fen in seinem Geschlecht wie in keinem andern auseinander. Seiner Natur nach darf also der Menschweniger mit andern collidiren, da diese in eimr un-geheuren Mannigfaltigkeit von Anlagen, Sinnenund Trieben bey ihm vertheilt und gleichsam verein-zelt ist. Was einem Menschen gleichgültig vor-kommt, ziehet den andern; und so hat jedweder ei-ne Welt des Genusses um sich, eine für ihn ge-schaffene Schöpfung.
2 . Diesem divergüenden Geschlecht gab die Na-tur einen großen Raum, die reiche weite Erde aufder die verschiedensten Erdstriche und Lebensweisendie Menschen zerstreuen sollten. Hier zog sie Berge,dort Ströme und Wüsten, damit sie die Menschenauseinander brachte: den Jagern gab sie den weitenWald, den Fischern das weite Meer, den Hirtendie weite Ebne. Ihre Schuld ists also nicht, wennVögel, betrogen von der Kunst des Vogelstellers inein Netz flogen, wo sie einander Speise und Augenweghacken und den Athen, verpesten: denn sie setzteden Vogel in die Luft und nickt ins Netz des Vog-lers. Sehet jene wilden Stamme an, wie unwilde