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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
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r5s Ideen zur Philosophie

Es hat Philosophen gegeben, die unser Ge-schlecht, dieses Triebes der Selbsicrhaltung wegen,unter die reißenden Thiere gesetzt, und seinen na»türlichen Zustand zu einem Stande des Kriegs ge-macht haben. Offenbar ist viel Uncigentlichcs indieser Behauptung. Freylich indem der Mensch dieFrucht eines Baums bricht, ist er ein Räuber,indem er ein Thi.-r tödtet, ein Mörder, und wenner mit seinem Fuß, mit seinem Hauch vielleicht ei-ner zabllosen Menge- 'ungcsebencr Lebendigen das Le-ben nimmt, ist er der ärgste Unterdrücker der Erde.Jedermann weiß, wie weit es die zarte Indische, sowie die übertriebene Aegrptische Pbilosophic zu brin-gen gesucht hat, damit der Mensch ein ganz un-schädliches Geschöpf werde; aber für die Spekulationvergebens. Ins Chaos der Elemente sehen wirnicht; und wenn wir kein großes Thier verzehren,verschlingen wir eine Menge kleiner Lebendiger imWasser, in der Luft, der Milch, den Gewachsen-

Von dieser Grübeley also hinweg, stellen wirden Menschen unter seine Brüder und fragen: ist ervon Natur ein Raubthier gegen seinesgleichen, einungeselliges Wesen? Seiner Gestalt nach ist er daSErste nicht und seiner Geburt nach das Letzte nochminder. Im Schoos der Liebe empfangen und anihrem Busen gesauget, wird ec von Menschen auf-erzogen und empfing von ihnen tausend Gutes, daser um sie nicht verdiente. Sofern ist er also wirk-lich in und zu der Gesellschaft gebildet; ohne siekonnte er weder entstehen, noch ein Mensch werden.Wo Ungesclligkcit bey ihm anfängt, ist, wo manseine Natur bedrängt, indem er mit andern Leben-digen collidiret; hier ist er aber wiederum keine Aus-