der Geschichte der Menschheit. 149
aus diesem Leben. Der Beduin und Abipone befin-det sich in seinem Zustande wohl; jener schauertvorm Leben der Städte, wie der letzte vorm Begräb-nis in der Kirche noch nach seinem Tode zurückbebt:seinem Gefühl nach waren sie dort wie hier lebendbegraben.
Auch wo der Ackerbau ringcführt ist, hat esMühe gekostet, die Menschen an einen Erdklos zubefestigen und das Mein und Dein einzuführen:manche Völker kleiner culkivirter Negerkönigreichehaben noch bis jetzt keine Begriffe davon, da, wiesie sagen, die Erde ein gemeines Gut ist. Jährlichtheilen sie die Acckcr unter sich aus und bearbeitensie mit leichter Mühe; ist die Ernte eingebracht, sogehöret der Boden sich selbst wieder. Ucbcrhaupthat keine Lebensart in der Gesinnung der Menschenso viele Veränderungen bewirkt, als der Ackerbauauf einem bezirkten Stück Erde. Indem er Han-tirungen und Künste, Flecken und Städte hervor,brachte, und also Gesetze und Polizcy befördernmußte: hat er nothwendig auch jenem fürchterlichenDespotismus den Weg geöffnet, der, da er jedenauf seinem Acker zu finden wußte, zuletzt einem je-den vorschrieb, was cr auf diesem Stück Erde alleinthun und scyn sollte. Der Boden gehörte jetzt nichtmehr dem Menschen, sondern der Mensch dem Bo-den. Durch den Nichtgebrauch verlor sich auch balddas Gefühl der gebrauchten Kräfte: in Sklaverei)
und Feigheit versunken ging der Unterjochte vom ar-bcitfeiigeu Mangel zur weichen Ueppigkeit über. Da-her kommts, daß auf der ganzen Erde der Zeltbe-wohner, den Bewohner der Hütte, wie ein gefes-seltes Lastthicr, wie eine verkümmerte Abart seines