144 Ideen zur Philosophie
Federn? Weil jener mit Raumen lebt und von ih-nen seine Nahrung holt; dem Amerikaner und Pa-pu sind die bunten Vögel seines Landes das Schön-ste, das er stehet. Der Jager kleidet sich wie seinWild und bauet wie sein Biber; andre Völker han-gen wie Vögel auf den Baume» , oder machen sichauf der Erde ihre Hüttcn^zrie Nester. Der Schna-bel des Vogels war dem Menschen das Vorbild zuSpics und Pfeilen; wie die Gestalt des Fischeszu seinem künstlich schwimmenden Boot. Von derSchlange lernte er die schädliche Kunst, seine Waf-fen zu vergiften; und die sonderbar-weit verbreiteteGewohnheit, den Körper zu mahlen, war ebenfallsnach dem Verbilde der Thiere und Vögel. Wie?dachte er, diese sollten so schön geziert, so unter-schieden geschmückt seyn: und ich müßte mit einför-miger , blasser Farbe umhergchn, da mein Himmelund meine Trägheit keine Decken leidet? Und sosing er an, sich symmetrisch zu sticken und zu mah-len: selbst bekleidete Nationen wollten dem Ochsensein Horn, dem Vogel den Kamm, dem Bärenden Schwanz nicht gönnen und ahmten sie nach.Dankbar rühmen es die Nord-Amerikaner, daß einVogel ihnen den Maiz gebracht; und die meistenklimatischen Arzneyen sind offenbar den Thieren ab-gelernet. Allerdings gehörte zu diesem Allen dersinnliche Geist freyec Naturmenschen, die mit diesenGeschöpfen lebend, sich noch nicht so unendlich-erha-ben über sie glaubten. Den Europäern ward eSschwer, in andern Wcltiheilcn nur aufzufinden, wasdie Eingcbobrnen täglich nützten; nach langen Ver-suchen mußten sie doch von Jenen das Echeimnißerst erzwingen oder erbetteln.
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