der Geschichte der Menschheit. i35
haften, brausenden Neger, die weder Anfang nochEnde haben: *) ein Gleiches mit der zusammenge-drückten , festen Mythologie der Nord - Amerika-ner; **) ein Gleiches mit der Blumenphantasie derIndier, ***) die, wie sic selbst, die wollüstige Ruhedes Paradieses hauchet. Ihre Götter baden inMilch- und Zuckcrseen: ihre Göttinen wohnen aufkühlenden Teichen im Kelch süßduftender Blumen.Kurz, die Mythologie jedes Volks ist ein Abdruckder eigentlichen Art, wie cs die Naim ansah, in-sonderheit ob es seinem Klima und Genius nach,mehr Gutes oder Ucbel in derselben fand, und wieeS sich etwa das Eine durch das Andre zu erklärensuchte. Auch in den wildesten Strichen also und inden mißrathensten Zügen ist si« ein philosophischerVersuch der menschlichen Seele, die ehe sie aufwacht,träumt und gern in ihrer Kindheit bleibet,
5. Gewöhnlich sichet man die Angekoks, dieZauberer, Magier, Schamanen und Priester alsdie Urheber dieser Verblendungen dos Volks an undglaubt, alles erklärt zu haben, wenn man sie Be-trüger nennet. An den meisten Orten sind sie csfrcylich; nie aber vergesse man, daß sie selbst Volksind und also auch Betrogene älterer Sagen waren.In der Masse der Einbildungen ihres Stammes
*)S. Römer, Boßmann, Müller, Ol-dendorp u. f.
**) S. Lafiteau, le Beau, Carver u. a.
Baldeus, Dow, Sonnerat, Holwellu. f.