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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
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Ideen zur Philosophie

Hunderte von Meilen suchen sie ihren Feind auf undfinden ihre Hütten wieder. Die gesitteten Quaranier,erzählt Dobritzhofer, machen mit einer bewun-dernswürdigen Genauigkeit alles nach, was man ih-nen an feiner künstlicher Arbeit vorlegt; aber nachdem Gehör, aus beschreibenden Worten können siesich wenig denken und nichts erfinden: eine natür-liche Folge ihrer Erziehung, in der die Seele nichtdurch Worte, sondern durch gegenwärtige, anschau-bare Dinge gebildet wurde, da Wortgclchrte Men-schen oft so viel gehört haben, daß sie, was vor ih-nen ist, nicht mehr zu sehen vermögen. Tie Seeledes freyen Natursohnes ist gleichsam zwischen Augeund Dhr getheilct: er kennt mir Genauigkeit die Ge-genstände, die er sah: er erzablt mit Genauigkeitdie Sagen, die er hörte. Seine Zunge stammeltnicht, so wie sein Pfeil nicht irret: denn wie sollteseine Seele Key dem, was sie genau sah und hörte,irren und stammeln?

Gute Anlage der Natur für ein Wesen, beydem die erste Sprosse seines Wohlgcnusses und Ver-standes doch nur aus sinnlichen Empfindungen kri-ttlet. Ist unser Körper gesund, sind unsre Sinnegeübt und wohlgeordnet: so ist die Grundlage zu einerHeiterkeit und innern Freude gelegt, deren Verlustdie spekulirende Vernunft mit Mühe kaum zu erse-tzen weiß. Das Fundament der sinnlichen Glückse-ligkeit des Menschen ist allenthalben, daß er da lebe,wo er lebt, daß er genieße, was ihm vorlicgt, undsich, so wenig es seh» kann, mit zurück- oder vor-wärts blickenden Sorgen theilc. Erhalt er sich aufdiesem Mittelpunkt fest: so ist er ganz und kräftig-,irret er aber, wenn er allein an das Jetzt denken