120
Ideen zulr Philosophie
in Mühe und Schweiß das elendeste Leben führen?Damit seine Großen und Reichen ohne Geschmackund vielleicht zu ewiger Nahrung ihrer Brutalitättäglich auf feinere Art ihre Sinne stumpfen. „DerEuropäer ist alles," sagt der Zndicr, und sein fei-nerer Geruch bat schon vor den Ausdünstungen des-selben einen Abscheu. Er kann ihn nach seinen Be-griffen nicht anders alS in die verworfne Easte klas,sisicircn, der, zur tiefsten Verachtung, alles zu essenerlaubt ward. Auch in vielen Landern der Mako-mcdaner heißen die Europäer und nicht blos aus Re-ligionshaß, unreine Tliiere.
Schwerlich hat unä die Natur die Zunge gege-ben , das; einige Wärzchen auf ihr das Ziel unsresmühseligen Lebens oder gar des Jammers andrerUnglückliche» würden. Cie übcrklcidete sie mit ei-nem Gefühl des Wohlgeschmacks, thcilS, damit sicuns die Pflicht, den wüthcndcn Hunger zu stillen,versüßte und uns mit gefälliger»; Banden zur be-schwerlichen Arbeit zöge: theils aber auch sollte dasGefühl dieses Organs der prüfende Wächter unsrerGesundheit werden, und den habt» an ihm alle üp-pige Nationen langst verloren. Das Vieh kennet,was ihm gesund ist und wählt »nit scheuer Vorsichtseine Krauter; das Giftige und Schädliche berühretes nicht und täuscht sich selten. Menschen, die un-ter den Lhiercn lebten, konnten die Nahrungsmittel,wie sie, unterscheiden; sie verloren dies Kriteriumunter den Menschen, wie jene Indier ihren reiner»Geruch verloren, da sie ihre einfachen Speisen auf-gaben. Völker, die in gesunder Frevhcit leben, Ha-gen noch viel von diesem sinnlichen Führer. Nieoder selten irren sie sich an Früchten ihres Landes;