Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

Ideen zur Philosophie

irS

nachabmend die niedlichsten Werke, Key denen mandas Vorbild vom Nachbilde nicht zu unterscheidenweiß. Heiler und ruhig ist leine Seele, ein zarterNachklang der Gefühle, die idn ringsum nur sanftbewegen. So spielen die Wellen um den Schwan;so säuseln die Lüfte um das durchsichtige junge Laubdes Früblings.

Außer dem warmen und sanften Himmelsstrichtragt nichts so sehr zu diesem erhobenen Gcfübl Key ,als Reinheit, Mäßigkeit und Bewegung: drey Tu-genden des Lebens, in denen viele Nationen, die wirungesittet nennen, uns übertreffen und die insonder-heit den Völkern schöner Erdstriche eigen zu fernscheinen. Die Rcinigkeit des Mundes, das öftereBaden, Liebe zur Bewegung in freycr Luft, selbstdas gesunde und wollüstige Reiben und Dehnen desKörpers, das den Römern so bekannt war, als esunter Indiern, Persern und manchen Tataren weitumkcr noch gewöhnlich ist, befördert den Umlaufder Säfte und erhalt den elastischen Ton der Glie-der. Die Völker der reichsten Erdstriche leben mä-ßig: sie haben keinen Begriff, daß ein widernatür-liches Reizen der Nerven und eine tägliche Ver-schlämmung der Safte das Vergnügen seyn könne,dazu ein Meisich erschaffen worden; die Stammeder Braminen haben in ihren Vätern von Anfängeder Welt her weder Fleisch noch Wein gekostet. Daes nun bey Tlneren sichtbar ist, was diese Lebens-mittel aufs ganze EmpsindungsMem für Macht ha-ben; wie viel starker muß diese Macht bey der fein-sten Blume aller Organisationen, der Menschheitwirken. Mäßigkeit des sinnlichen Genusses ist ohneZweifel eine kräftigere Nfethvde zur Philosophie der