Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

der Geschichte der Menschheit. 99

durch das bleichende Klima nicht würde gethan ha-ben. So ists mit den Bildungen aller Völker; dieWeltqegcnd verändert sie äußerst langsam: durch dieVermischung mit fremden Nationen verschwinden inwenigen Geschlechtern alle Mongolischen, Sines,scheu,Amerikanischen Züge.

* *

*

Gestalt es meinen Lesern, auf diesem Wegefortsiigehen: so lasset uns ihn noch einige Schritteverfolgen.

r. Jedem Bemerkenden muß es ausgefallenseyn, daß in den u n z a h l b a r - ve r sc h i e L n enGestalten der Menschen gewisse Formenund Verhältnisse nicht nur wieder ko m-mcn, sondern auch au s sc h l ie ss e n d zueinander gehören. Bei) Künstlern ist dies eineausgemachte Sache, und in den Statuen der Altensieher man, daß sie diese Proportion oder Symme-trie, wie sie cs nannten, nicht etwa nur in dieLange und Breite der Glieder, sondern auch in dieharmonische Bildung derselben zur Seele des Gan-zen setzten. Die Charaktere ihrer Götter und Göt-tinnen, ihrer Jünglinge und Helden waren in ihrerganzen Haltung so bestimmt, daß man sie zumThcil schon aus einzelnen Gliedern kennet, und sichkeinem Gebilde ein Arm, eine Brust, eine Schul-ter geben laßt, die für ein andres gehöret. DerGenius eines einzeln-lebendigen Wesens lebt in je-der dieser Gestalten, die er wie eine Hülle nurdurchhaucht und sich im kleinsten Maas der Stel-lung und Bewegung, ähnlich dem Ganzen, charak-

G 3