Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

V c r Geschichte der Menschheit. 9Z

würde er sagen, als, daß die unsichtbare Kraft nichtwiilkührlich bilde, sondern daß sie sich ihrer inner»Natur nach gleichsam nur offenbare. Sie wirdin einer ihr zugehörigen Masse sichtbar und muß, wieund woher es auch sey, den Typus ihrer Er-scheinung in ihr selbst haben. Das neue Ge-schöpf ist nichts als eine wirklich gewordene Ideeder schaffenden Natur, die immer nur thatigdenket.

Führe er fort und bemerkte, daß was dieseSchöpfung befördert, mütterliche oder Sonnenwarmesey, daß das Ey der Mutter aber, aller vorhande-nen Materie und Wärme ungeachtet, ohne Bele-bung des Vaters keine lebendige Frucht gebe; waswürde er muthmaßen, als: das Principium derWarme könne mit dem Principium des Lebens, dases befördert, zwar verwandt seyn, eigentlich abermüsse in der Vereinigung zweyer lebendigen Wesendie Ursache liegen, die diese organische Kraft in Wirk-samkeit setzt, dem tobten Ehaos der Materie leben-dige Form zu geben. So sind wir, so sind alle le-bende Wesen gebildet: jedes nach der Art seiner Or-ganisation; alle aber nach dem unverkennbaren Ge-setz Einer Analogie, die durch alles Lebendige unsrerErde herrschet.

Endlich, wenn er erführe, daß diese lebendigeKraft das ausgebildete Geschöpf nicht verlasse, son?dern sich in ihm thatig zu offenbaren fort-fahre; zwar nicht mehr schaffend, denn es ist er-schaffen, aber erhaltend, belebend, nährend. Sobaldes auf die Welt tritt, verrichtet es alle Lebensver-richtungen, zu welchen, ja zum Lheil in welchenes gebildet ward: der Mund öffnet sich, wie Oeff-