L4 Ideen z»r Philosophie
nung seine erste Geberde war, und die Lungeschöpft Akhem: die Stimme ruft, der Magen ver-dauet, die Lippen saugen: es wachst, es lebt, alleinnern und äußern Tbeile kommen einander zu Hül-fe: in einer gemeinschaftlichen Thätigkeit und Mit-leidenheit ziehen sie an, werfen aus, verwandeln insich, helfen einander in Schmerzen und Krankheitauf tausendfältig-wunderbare, unerforschte Weise.Was würde, was könnte jeder, der dies zuerst be-merkte, sagen, als: die eingebohrne, genetische Le-benskraft ist in dem Geschöpf, das durch sie gebil-det worden, in allen Theilen und in jedem derselbennach seiner Weise, d. i. organisch noch einwoh-n e n d. Allenthalben ist sie ihm aufs vielartigstegegenwärtig; da es nur durch sie ein lebendigesGanze ist, was sich erhält, wächst und wirket.
Und diese Lebenskraft haben wir alle in uns:in Gesundheit und Krankheit stehet sie uns bey, assi-milirt gleichartige Theile, sondert die Fremden ab,stößt die Feindlichen weg, sie ermattet endlich imAlter und lebt in einigen Theilen noch nach demTode. Das Vernunftvermögen unsrer Seele ist sienicht: denn dieses hat sich den Körper, den es nichtkennet, und ihn nur als ein unvollkommenes, frem-des Werkzeug seiner Gedanken braucht, gewiß nichtselbst gebildet. Verbunden ist es indeß mit jenerLebenskraft, wie alle Kräfte der Natur in Verbin-dung stehen: denn auch das geistige Denken hängtvon der Organisation und Gesundheit des Körpersab, und alle Begierden und Triebe unsres Herzens
sind von der animalischen Warme untrennbar.-
Alses dies sind kaum der Natur, die keine Hypothese