92 Ideen zur Philosophie
Gehirn ist außerhalb dem Kopfe, das Herz nochaußer der Brust, wie ein Spiunengewebc sind Rip-pen und Beine; bald zeigen sich Flügel, Füße, Ze-hen, Hüsten, und nun wird das Lebendige weitergenähret. Was bloß war, bedecket sich: die Brust,das Hirn, schließen sich zu; Magen und Eingeweidehangen noch hinunter. Auch diese bilden sich end-lich, je mehr die Materie verzehrt wird: die Hauteziehen sich zusammen und hinauf: der Unterleibschließt sich: das Thier ist bereitet. Es schwimmtjetzt nicht mehr, sondern cs liegt: bald wachet, baldschlaft es: cs regt sich, cs schläft, cs ruft, cs su-chet Ausgang und kommt, in allen Thcilen ganzund völlig, ans Licht der Welt. Wie würde der, derdies Wunder zum erstenmal sähe, cs nennen ? Daist, würde er sagen, eine lebendige organi-sche Kraft; ich weiß nicht, woher sie gekommen?noch was sie in ihrem Innern sey? aber daß sieda sey, daß sie lebe, daß sie organische Thcile sichaus dcni Ehaos einer homogenen Materie zueignc,das sehe ich, das ist unläugbar.
Bemerkte er ferner und sähe, daß jeder dieserorganischen Theile gleichsam uctu, in eigner Wir-kung gebildet werde: das Herz erzeuge sich nicht
anders, als durch eine Zusammenströmung der Ka-näle , die schon vor ihm waren: sobald der Magensichtbar werde, habe er Materie der Verdauung insich. So alle Adern, alle Gefäße: das Enthaltuewar vor dem Enthaltenden, das Flüßige vor demFesten, der Geist vor dem Körper da, in welchenjener sich nur kleidet. Bemerkt er dies *); was
') Wolfs tlieor. Aener-ot. S. r6g> k>. 180 -216.