r6 Ideen zur Philosophie
auch Mehrere» von ihrer Lebensart in ihre Bildungübergegangen scyn? Das adstchende lhierische Ohr,das gleichsam immer lauscht und horchet, das kleineschärft Auge, das in der weitesten Ferne den klein-sten Rauch oder Staub gewähr wird, der weiße her-vor bleckende, Kncchenbenagcnde Zahn, der dickeHals und die zurück gebogene Stellung ihres KopftSaus demselben? sind diese Züge nicht gleichsam zurBestandheit gediehene Gebenden und Charaktere ihnrer Lebensweise? Setzen wir nun »och hinzu, daß,wie Pallas sagt, ihre Kinder oft dis in's zehn-te Jahr im Gesichte unförmlich, aufgedunsen undvon einem kakcchymischen Ansehen sind, bis sie durchdas Auswachsen wohlgedildeter werden: bemerken
wir, daß große Strecken von ihren Gegenden kei-nen stiegen, wenig oder wenigstens kein reines Was-ser haben, und daß ihnen von Kindheit auf dasBaden beynahe eine ganz fremde Sache werde: den-ken wir uns die Salzseen, den Salzboden, dieSalzmoraste, an denen sie wohnen, deren kalischenGeschmack sie auch in Speisen und sogar in demStrome von Theewasser liebelt, mit dem sie täglichihre Verdauung schwachen: fügen wir auf der Erd-höhe, die sie bewohnen, die feinere Lust, die trocke-nen Winde, die kalischen Ausrüstungen, den lan-gen Winter im Anblicke des Schnees und im Rau-che ihrer Hütte und noch eine Reihe kleinerer Um-stande hinzu; sollte es nicht wahrscheinlich senn, daßvor Jahrtausenden schon, da vielleicht einige dieserUrsachen noch viel starker wirkten, eben hieraus ih-re Bildung entstanden und zur erblichen Natur über-gegangen wäre? Nichts erquickt unser» Körpermehr, und macht ihn gleichsam sprossender und fe-ster ,