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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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daß Ihr es bemcrkcnswerth findet, wenn ein Mädchen, welchesselbst ziemlich hübsch sein mag, es nicht für notwendig hält, daßihr Gatte denselben Vorzug, oder was Euch als ein Vorzug er-scheint, 'besitze. Mir gilt das Aeußere an einem Manne Nichts,vorausgesetzt, daß sein Gesicht so ehrlich ist wie sein Herz."

Ja, Ehrlichkeit ist ein großer Vortheil ans die Länge; unddie es am ehesten vergessen am Anfang, lernen das oft am bestenam Ende. Aber doch, Judith, gibt es Mehrere, die auf den au-genblicklichen Gewinn eher sehen, als ans den Segen, der nach-her erst kommt. Jenen halten sic für etwas Gewisses, und diesenfür etwas Ungewisses. Ich bin aber froh, daß Ihr die Sache imrechten Licht anseht, und nicht in der Art, wie so Viele, die sichgerne selbst täuschen."

Ich sehe sic so an, Wildtödter," versetzte das Mädchen mitNachdruck, immer noch mit dem Zartgefühl des Weibes zurück-bebend von einem unmittelbaren Anträge ihrer Hand,und kannvon Grund meines Herzens versichern, daß ich lieber mein Glückeinem Manne anvertranen würde, ans dessen Wahrhaftigkeit undGemüth man sich verlassen kann, als einem falschzüngigen nndfalschhcrzigen Elenden, der Kisten voll Gold, nnd Häuser undLändereien hätte ja, säße er selbst ans einem Thron!"

Das sind wackere Worte, Judith; es sind recht wackere Worte;aber meint Ihr, daß die Gefühle gleichen Schritt damit haltenwürden, wenn die Wahl wirklich vor Euch läge? Wenn ein mun-terer und galanter Herr in einem Scharlachrock ans der einen Seitestände, sein Kopf duftend wie der Fuß eines Hirsches, sein Ge-sicht glatt und blühend wie das Enrige, seine Hände so weiß undweich, als ob Gott nicht darüber ausgesprochen hätte, daß derMann im Schmeiß seines Angesichts sein Brod essen soll, und seinSchritt so leicht, als Tanzmcister und ein leichtes Herz ihn nurimmer machen können; nnd ans der andern Seite stände Einer, derseine Tage in der freien Lnft verlebt hat-, bis seine Stirne so