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Nacht werde ich den Schrank durchsuchen, und der morgende Tagsoll entscheiden, was wir thnn wollen. Was die Huroncn betrifft,so werden die leicht zn erkaufen sein, nunmehr wir ohne Scheumit Thomas Hutters Schätzen schalten können. Laß mich nurerst Wildtödter ans ihren Hände» befreit haben, so wird eineStunde die Dinge in's Klare bringen."
Judith sprach mit Entschiedenheit und in gebieterischem Tone,eine Gewohnheit, die sie gegenüber ihrer schwachsinnigen Schwesterlange geübt hatte. Aber während sie so gewohnt war, ihrenWillen durchznsetzcn, mittelst ihres gewandten Benehmens und ihrerHerrschaft über die Sprache, legte Hetty gelegentlich ihren ungestü-men Gefühlen und ihren hastigen Handlungen Zügel an, mittelstjener einfachen, sittlichen Wahrheiten, die ihren eigenen Gedankenund Gefühlen so tief eingeprägt waren, und sic mit einem schönen,milden Glanz durchleuchteten, der eine Art Heiligenschein über soVieles warf, was sie sagte und.that. Im gegenwärtigen Fallbethätigte sich dieser wohlthätige Einfluß, den das Mädchen vonschwachem Verstand über ihre Schwester ausübte, die unter andernUmständen durch ihren Geist hätte glänzen und Bewunderungernten können — in der gewöhnlichen einfachen und ernste» Weise.
„Du oergißst, Judith, was uns hierhergeführt," sagte sie imTone des Vorwurfs. „Dieß ist der Mutter Grab, und eben ersthaben wir Vaters Leichnam neben ihr versenkt. Wir haben un-recht gcthan, so viel von uns zn sprechen an einem solchen Orte,und wir sollten jetzt zn Gott beten, uns zn vergeben, und ihnbitten, uns zn lehren, wohin wir gehen, und was wir thnn sollen."
Judith legte halb unwillkürlich ihr Ruder beiseite, währendHetty ans ihre Kniee sank, und bald in ihrem andächtigen abereinfachen Gebete ganz verloren war. Ihre Schwester betete nicht.Scho» lange that sie es nicht mehr eigentlich und förmlich, obwohlgeistige Leiden und Qualen ihr häufig hastige, stumme, innere Anru-fungen des großen Urquells alles Segens erpreßten, um Hilfe, woDer Wildtödter. 31